Protektor – Leseprobe – Kapitel 5

Fünftes Kapitel: Cujo (Angelika)

Ich brauchte drei Stunden, bis ich zuhause ankam, was vorrangig daran lag, dass ich mich zwischendurch immer mal wieder aufwärmen musste. Trotzdem waren die nassen Sachen praktisch steifgefroren, als ich mich in meiner prächtigen Einzimmermüllhalde herausschälte und unter die Dusche stieg. Eine halbe Stunde später verließ ich sie wieder, die Haut wie Origami gefaltet, aber immerhin einigermaßen aufgewärmt – nur um dann zu erkennen, dass mein Kühlschrank vollkommen leer war.
Nein, das stimmte nicht ganz: Eine einzelne Scheibe Käse lag noch in ihrer Plastikverpackung. Ich holte sie heraus und bewunderte die Symmetrie des Verfalls: Die Ränder waren von dichtem, weißem Schimmel bedeckt, aber die Mitte war kreisrund ausgetrocknet und hatte sich hochgebogen, bevor der Schimmel sie erreichen konnte.
Mein Magen knurrte beim Anblick der Käseleiche. »Du willst mich wohl verarschen!«, wies ich ihn zurecht und beugte mich hoffnungsvoll über meine Kleingeldschale. Sie enthielt, so stell ich nach sorgsamer Bestandsaufnahme fest, drei Euro und siebzehn Cent.
»Das wird ein opulentes Mahl«, versprach ich meinen Innereien, die zum Glück keine Ironie verstanden, da spielte mein Billighandy eine nervenzermürbende Dreitonimitation von Beethovens Neunter. Ich zog es aus den mittlerweile aufgetauten Klamotten und sah darauf. Der Kalender, der ganzen zehn Terminen Platz bot, bevor er um mehr Speicherplatz bettelte, teilte mir mit, dass ich in vierzig Minuten einen Termin bei meiner neuen »Beraterin bei der Arbeitssuche« hatte.
Da ich es mir nicht leisten konnte, erneut eine Strafkürzung zu erleiden, wenn ich nicht anfangen wollte, eingeweichte Pizzakartons zu essen, zog ich die letzten sauberen Klamotten an, die der Schrank bereithielt. Rote Jeans, weiße Socken, ein mittlerweile viel zu enges schwarzes T-Shirt, das vom vielen Waschen einen Grauschimmer hatte, der mit Jopi Heesters Frisur konkurrieren konnte …
Ein kurzer Blick in den Spiegel offenbarte mir nicht nur, dass ich noch schlimmer aussah, als ich mich fühlte, sondern dass zudem auch das Outfit nicht wirklich aussagte: »Ich bemühe mich ernsthaft um einen neuen Job.«
Es sagte eher aus: »Ich bemühe mich ernsthaft darum, als neues Fotomodell für die fette Grobe im eigenen Darm ausgewählt zu werden.«
Also grub ich mich durch den riesigen Wäschestapel, den ich erst dann abarbeiten konnte, wenn meine Nachbarin nicht mehr krankgeschrieben war. Die Gute hatte ihre Waschmaschine im Keller stehen und nutzte sie dank akutem Hang zum Transpirieren und Waschfimmel täglich. Darum merkte sie nicht, wenn ich mir Maschine, Waschmittel und Weichspüler einmal die Woche auslieh. Was sollte ich machen? Die Wäsche wurde im Waschsalon mittlerweile in Gold aufgewogen und das Schicksal hatte mir nicht umsonst in Gestalt meiner verwirrten Vermieterin einen Zweitschlüssel für die Waschküche ausgehändigt.
Aber im Moment war sie krankgeschrieben. Gerüchte im Haus wollten es, dass sie sich mit dem nackten Hintern auf den Firmenkopierer gesetzt und die Scheibe unter ihr zerbrochen sei. Das wollte ich mir aus Gründen der geistigen Gesundheit nicht vorstellen. Das Endergebnis war auf jeden Fall, dass sie nun zu unkontrollierbaren Zeiten ihre Wäsche machte, und ich nicht sicher sein konnte, die Maschine einen Durchgang lang ungefährdet nutzen zu können. Das Risiko war zu groß, denn wenn sie das merkte, steckte sie mir nachher noch einige der Kopien in den Briefkasten.
Die Suche in der Wäsche brachte zwei Kandidaten zum Vorschein. Ein schwarzes Hemd, das hervorragend zur Hose passte, aber weiße Salzränder unter den Armen trug und ein nicht ganz so passendes lachsfarbenes Hemd, das fleckenlos war, dessen Rückennaht aber schon nah am Nirvana war. Der Schnüffeltest brachte keine Entscheidung, denn beide bewegten sich noch im Rahmen einer Wiederbelebung mit meiner patentierten Mischung aus Febreeze und Deo. Ich hielt beide noch einmal hoch und merkte, dass in der Tasche des Lachsfarbenen etwas raschelte. Es entpuppte sich als Fünfeuroschein.
»Bestechung«, murmelte ich. »Das nenne ich Einsatz!«
Das schwarze, mittellose Ding flog wieder auf den Stapel – es lebe der Kapitalismus – und ich verließ das Haus in einer Duftwolke aus künstlichem Blumengeruch und der herben Note der letzten Reste meines Axe-Deos. Hoffentlich verflog etwas davon, bis ich das Amt erreichte.

Es verflog nicht. Offenbar hatte das Hemd eine immense Speicherkraft, darum verteilte sich im engen Fahrstuhl chemischer Wohlgeruch, als ich die Jacke öffnete. Der Hausmeister der Agentur muss es gut gemeint haben, mit den armen, verfrorenen Arbeitslosen, denn er hatte die Heizung bis zum Anschlag aufgedreht. Das Ergebnis waren etwa vierzig Grad, was die Laune all der ohnehin beschwingten und gut gelaunten Existenzen auf den Fluren in ihren dicken Wintermänteln, Pullovern, Schals und Stiefeln noch verbesserte.
»Hartzer im eigenen Saft«, murmelte ich vor mich hin, als ich einen dunkelhäutigen Leidensgenossen aus einem der Beratungszimmer kommen sah. Schweiß glitzerte in seinem dicken Bart wie Morgentau auf einer Mooswiese und seine Augen zuckten fiebrig umher, auf der Suche nach dem Ausweg – oder jemandem, der ihm günstig eine Waffe verkaufen würde.
Ich drückte mich an ihm vorbei und klopfte. Da ich einen Termin hatte, konnte ich mir das Nummern ziehen sparen. Im Inneren erwartete mich eine Gluthölle. Auf dem Boden neben dem klobigen Schreibtisch stand ein Heizofen mit einer Bildschirmdiagonale, die jeden Flachbildschirm alt aussehen ließ. Seine Glühelemente leuchteten mir höhnisch entgegen.
Ein kleiner Gummibaum schien wegen eines Jobs bei den Körperwelten hier zu sein, denn der Ofen hatte ihm jede Flüssigkeit entzogen.
Hinter dem Schreibtisch saß eine lange dünne Sachbarbearbeiterin in einer dicken Fellweste, die jetzt spinnendürre Arme um sich schlang und rief: »Tür zu, es zieht!«
Ich zögerte einen Augenblick, woraufhin sie erneut forderte: »Tür zu!« und dabei erschauderte, als hätte man ihr Eiswasser über den Kopf gegossen. Ein eitles Unterfangen, denn das wäre verdampft, bevor es ihren Kopf erreichen könnte.
»Setzen Sie sich«, forderte sie und wies auf einen Plastikstuhl, der unmittelbar neben dem Heizofen stand. Ich ließ mich vorsichtig darauf sinken, darauf gefasst, dass er unter meinem Hintern wegfließen konnte.
»Klaus Holger«, sagte ich und geriet in eifrige Geschäftigkeit, kaum dass die Vertrauenswürdigkeit des Stuhles gesichert war. Jacke aus, Schal aus.
»Ah ja, Herr Klaus«, sagte die Bearbeiterin, deren Gesicht in der flirrenden Hitze des Ofens verschwamm.
»Holger«, korrigierte ich sie und rückte ein Stück vom Ofen weg. Schweiß sammelte sich auf meiner Stirn und in meinen Schuhen.
»Ich glaube nicht, dass es angemessen ist, sich beim Vornamen …«, setzte sie an, aber ich unterbrach sie: »Nein, nein, Holger ist der Nachname. Klaus Holger.«
»Ach so. Nun, Herr Holger. Sie haben unser Schreiben ja bekommen … Ab jetzt heißt es für Sie A-L-G-Zwo.«
Ich rückte noch weiter vom Ofen weg, bis die Stuhlbeine gegen die Wand stießen und meine Sachbearbeiterin halb hinter ihrem Computerbildschirm verschwand. Aber es war vergebens, denn der Ofen hatte einen Ausstoß wie der Nachbrenner einer F16.
»Herr Holger, ich drucke ihnen mal einige Informationen und Anträge aus, die Sie mir dann bitte baldmöglichst wieder reinreichen«, sagte die Dünne, fröstelte und beugte sich über den Tisch, um den Ofen auf maximale Stufe zu stellen. Ich sah ihr Namensschild: Hilde Schreck. Passender Name.
»Kalt heute«, kommentierte sie und rieb Hände mit langen, bleichen Fingern über der Glut.
Gut, dachte ich¸ das ist der endgültige Beweis, Beamte kommen direkt aus der Hölle. Im Vergleich zu den Feuern des Teufels mochte es in dieser Sauna wirklich kalt sein.
Die Frau hackte in die Tasten, da gab der Computer plötzlich ein charakteristisches Klicken von sich. Reboot.
»Oh nein«, plärrte Frau Schreck. »Das macht er schon den ganzen Tag.«
»Soll ich mal schauen?«, schlug ich vor, denn ich hatte schon eine recht gute Idee, woran die Ausfälle liegen konnten.
»Sie?«, fragte Frau Schreck und die Verachtung für all die Versager, die ihr täglich unterkommen, sprach aus dieser Silbe.
»Ich habe das gelernt«, erinnerte ich sie.
Der Rechner fuhr hoch, piepste und schaltete sich sofort wieder aus. »Na gut«, seufzte sie und rückte vom Tisch zurück. Ich ging neben ihr auf die Knie, sah unter den Schreibtisch und fand meine Vermutung bestätigt. Der Rechner stand so, dass die Heißluft des Ofens genau in den Lüfterschacht gesogen wurde. Das Ding überhitzte sich ständig. Ich checkte kurz die Verkabelung und schob das ganze Ding auf die andere Seite, wo es zumindest die Chance hatte, Luft anzusaugen, mit der man keine Eier kochen konnte.
»Sie müssen ja ganz schön geschickte Hände haben«, gurrte die Heuschrecke da plötzlich. Ich blickte, unter dem Tisch auf allen vieren, über die Schulter zurück. Die Frau musterte meinen Hintern!
Eilig rutschte ich wieder zurück und stand auf. »So, jetzt müsste er wieder gehen.«
»Sie sind mein Held, Holger«, sagte sie und legte eine Hand auf die verdorrte Brust und den Kopf in den Nacken, um ein abgehacktes Kichern von sich zu geben. Ich ahnte, dass sie zum Vornamen wechseln wollte, aber ich korrigierte sie lieber nicht, sondern glitt am Ofen vorbei, drehte ihn unauffällig zwei Stufen herunter und nahm wieder Platz.
Sie schaltete den Computer ein und kroch dann halb über den Tisch, um mich am Monitor vorbei anzusehen. »Wie wäre es, wenn ich ein paar Sonderbezüge bei Ihnen eintrage?«
»Das wäre«, sagte ich und suchte nach dem passenden Wort. Unerhört? Unfassbar? Offensichtlich ein Scherz? Ich entschloss mich für: »Toll! Toll wäre das.«
»Und davon könnten Sie mich dann ja mal zum Essen einladen«, sagte sie und klimperte mit den wie abgefressen wirkenden Wimpern.
»Öh«, sagte ich. Es war sicherlich eine dumme Idee, seine Sachbearbeiterin vor den Kopf zu stoßen, deswegen nickte ich unverbindlich, was ein strahlendes Lächeln auf die faltigen Züge zauberte. Ich hatte es bisher vermieden, mir ihr Gesicht genauer anzusehen, aber jetzt kam ich nicht mehr daran vorbei. Ihre Augenbrauen waren gänzlich ausgezupft und scheinbar mit einem dünnen Edding wieder aufgemalt worden. Ihr Mund war groß, was gut war, weil sie unglaublich riesige Zähne hatte, und davon auch noch viel zu viele. Ihre Haut wirkte, als sei sie seit drei Stunden bei 180 Grad im Umluft, was dank Heizofen ja den Tatsachen recht nah kam. Das Gesamtpaket war also eher nicht sonderlich attraktiv.
Hundert oder zweihundert Euro mehr im Monat hingegen schon, also hielt ich die Klappe und schalt mich nur in Gedanken eine billige Nutte.
»Hier ist mein Kärtchen«, säuselte sie und streckte mir ein überformatiges Stück Pappe entgegen, dass ich zweimal falten musste, bevor ich es in die Innentasche meiner Jacke fummeln konnte. »Sie rufen mich dann an, gell?«
»Sicher«, sagte ich und stand eilig auf. »Wenn das alles ist?«
»Sie wollen schon gehen?«, fragte sie enttäuscht.
»Ich muss«, sagte ich und ergänzte in Gedanken: Brechen.
»Das Geld weise ich sofort an«, versprach sie. »Damit es schnell geht!«
Ich brummte unverbindlich und schob mich zur Tür raus. Ich war mittlerweile nass geschwitzt, auch aus Angst, dass die Frau ihre Machtposition ausnutzen könnte, um mich unsittlich zu belästigen. Deshalb kamen mir die tropischen Temperaturen auf dem Gang jetzt schon frisch vor. Ich lehnte die nasse Stirn gegen ein Bild, dass den Oberbürgermeister der Stadt zeigte, wie er dem Chef des Arbeitsamtes die Hand schüttelte. Im Hintergrund ging ein junger Mann mit einem Aktenkoffer vorbei. Vermutlich, um das Tragebehältnis voller Geld unauffällig im Wagen des OBs abzulegen.
Meine Gedanken klärten sich langsam. Hatte die Schreck mich da drin wirklich angebaggert? Gut, es war nicht das erste Mal, dass eine Frau mich anmachte und bis auf Veronique waren es dann auch stets, wie die Schreck, eher Aphrodites vergessene Kinder gewesen. Aber so aggressiv war noch selten eine vorgegangen. Und selbst wenn ich das letzte Bisschen noch verbliebenen Selbstbetrug zusammenkehrte, sah ich heute doch besonders schlecht aus. Mein Magen knurrte lange und anhaltend und ich beschloss, nicht weiter darüber nachzudenken, sondern in Erwartung des erfreulichen Geldregens die ganzen gut acht Euro, die in meiner Tasche klimperten, auf den Kopf zu hauen.

Der Supermarkt war gerammelt voll, als ich endlich dort ankam. Eine Busfahrkarte hätte mich zwei Euro zehn gekostet, was mehreren Litern Bier entsprach, wenn man niedrige Ansprüche hatte. So zeigte mein Handy mir fünf Uhr an, als ich auf die letzten verbliebenen Einkaufswagen zuhielt. Eine Oma versuchte gerade verzweifelt, dem Wagen eine Mark in den Rachen zu stopfen. Wie viele Jahre hatte man die kleine, schrumpelige Dame schon nicht mehr aus dem Haus gelassen?
Ich hatte sie beinahe erreicht, da erklang neben mir plötzlich ein tiefes, übel gelauntes Knurren. Ich drehte den Kopf und sah einen riesigen Bernhardiner dort sitzen. Er war mit einer kurzen, dünnen Leine angebunden und hielt mich misstrauisch im Blick.
Ich mochte Hunde, hatte mir stets einen gewünscht, als ich noch klein war, und so war meine Freude riesengroß gewesen, als neben uns ein Student mit einem Hund eingezogen war.

Meine neueste Freundin heißt Angelika und geht mir bis zur Brust. Angelika ist eine wunderschöne dänische Dogge, die ich seit gut einer Woche ausführen darf, und sie ist ausgesprochen gut erzogen. Sie gehört Ottfried, unserem neuen Nachbarn. Er studiert Deutsch auf Lehramt und ist oft an der Uni – in den Zeiten darf ich auf Angelika aufpassen. Sie schläft dann auf meinem Bett oder wir laufen durch den Wald. Meine Mama sagt, das ich noch zu jung bin, um so einen großen Hund auszuführen, aber ich bin fast dreizehn. Außerdem gehorcht mir Angelika aufs Wort – was auch schon der dicke Olaf und seine Schlägerfreunde festgestellt haben.
Auch heute ist Angelika wieder bei uns und hat gerade ordentlich Schimpfe bezogen, weil sie Papas Käsebrot vom Tisch gemopst hat, als er nicht hingeguckt hat. Jetzt sitzt sie mit gesenktem Kopf in der Ecke und schämt sich. Das einzige, was sie lieber mag als Käse ist Leberwurst.
Natürlich können wir ihr nicht lange böse sein und so beugt sich mein Vater zu ihr, steckt ihr ein großes Stück Gouda zu, das sie in einem Biss herunterschlingt und dann dankbar bellt. Dabei klirren die Gläser in Mutters alter Vitrine.
Plötzlich springt sie auf und rennt jaulend in den Flur.
»Klaus, mach den Hund fest!«, fordert meine Mutter entsetzt und ich stürze hinzu, kann gerade noch verhindern, dass Angelika mit ihrem langen Schwanz die Tiffanylampe runterschmeißt, die meine Mutter vom Flohmarkt hat. Das Ding funktioniert zwar nicht mehr, aber sie hängt trotzdem daran.
Der Hund freut sich, weil Ottfried nach Hause kommt, also lasse ich sie in den Hausflur. Sie stürmt zu dem jungen Mann, der zwei schwere Tüten in der Hand hat, und sie mit dem Knie abwehrt. Es klappt nicht sonderlich gut und Angelika bringt ihn zu Fall. Er kann sich zwar abfangen, aber dabei entleert sich der Inhalt der Tüten auf dem Boden. Bisschen Obst, eine Pizza, Getränke, eine riesige Leberwurst und ein schmutziges Magazin. Was es für eines ist, kann ich nicht sehen, so schnell hat sich Ottfried aufgerappelt und es wieder eingesteckt. Aber es waren definitiv riesige Brüste darauf.
»Na, Klaus, hat sie sich gut benommen?«, fragt er peinlich berührt und stopft auch die anderen Sachen hastig wieder in die Tüte.
»Ja, wie immer.«
»Toll, danke, bis morgen dann!«, sagt er, schließt die Tür auf und huscht hinein. Ich bin etwas enttäuscht, denn manchmal lädt mich Ottfried noch auf einen Tee ein und ich darf seine Asterixcomics lesen. Aber heute hat er wohl Besseres zu tun, denke ich und kichere leise.
Nach dem Abendessen muss ich den Müll rausbringen und als ich wieder reinkomme, trete ich im Flur auf etwas. Es ist eine große Tafel Schokolade. Erst will ich sie einfach mitnehmen, aber dann kriege ich ein schlechtes Gewissen und beschließe, sie Ottfried wiederzugeben. Die Klingel ist ausgeschaltet, aber als ich klopfen will, bemerke ich, dass die Tür nicht ins Schloss gefallen ist. Ich höre ihn leise mit Angelika reden, die offenbar gerade frisst, und schleiche hinein. Wollen doch mal sehen, ob ich ihn nicht gehörig erschrecken kann.
Er ist im Wohnzimmer und ich öffne leise die Tür. Ottfried sitzt nackt auf der beigen Couch und hält das Schmuddelheftchen aufgeschlagen in der Hand. Er stöhnt leise und sagt: »Ja, Baby, so ist es gut.«
Angelika hat den Kopf zwischen seinen Beinen, und ich erkenne, dass sie für Leberwurst wirklich alles tut. In diesem Moment zerbricht eine Welt in mir.

Seit diesem Tag konnte ich keinen Hundebesitzer mehr unvoreingenommen betrachten, aber die Tiere liebte ich immer noch. Ich ließ mich nur nicht mehr im Gesicht von ihnen abschlecken.
Dieser Trumm, der ungefähr mein Gewicht haben musste, erwiderte meine Zuneigung jedoch offenbar nicht, was seltsam war, weil Hunde mich normalerweise gut leiden können.
»Ganz ruhig, Großer«, sagte ich beschwichtigend, blickte ihm dabei nicht in die Augen, und ging in die Hocke, um ihm die Hand zuzustrecken. So hatte ich es beim Hundeflüsterer Rüttgers gesehen. Dem gleichen Hundefreund, der in so einer Hundecastingshow zwei durch die Mangel gedrehte, gepuderte und modevergewaltigte Riesenpudel mitgezogen hat. Soviel zur Integrität vor dem Tier.
Aber seine Tricks hatten bislang immer funktioniert – bis heute. Der Gigant sprang überraschend behände auf und hätte mir die Hand abgebissen, wenn ich nicht im letzten Moment zurückgewichen wäre.
»Dann eben nicht«, schleuderte ich dem Psychobeethoven erschrocken entgegen und wandte mich den Wagen zu, für die es bisher im Kampf gegen die geriatrische Währungsverweigererin zwei zu null stand. Sie versuchte es nun mit einer anderen Markmünze.
»Der nimmt nur Euro«, erklärte ich ihr, während ich darauf wartete, dass mein Herz wieder ein normales Tempo annahm. Der Bernhardiner musterte mich misstrauisch.
»Ja, ja«, sagte sie, lächelte mich herzallerliebst an … und versuchte dann die Mark andersherum.
»Euro!«, sagte ich etwas lauter, was den Hund erneut knurren ließ. »Ist das ihrer?«, fragte ich entsetzt. Wenn dieses alte Gerippe einen solchen Hund besaß, war der Oberschenkelhalsbruch vorprogrammiert.
»Können Sie wechseln?«, fragte sie und hielt mir die Mark hin.
»Ne, Sie müssen einen Euro nehmen. Diese neuen Münzen, so was hier!« Ich hielt ihr einen Euro unter die Nase, was den Hund erneut knurren ließ. Ich warf ihm einen ängstlichen Blick zu, den die Oma nutzte, um mir den Euro aus der Hand zu fischen und ihre Mark dafür reinzuwerfen.
»Hey!«, protestierte ich.
»Danke, junger Mann«, sagte sie, schob den Euro in den Wagen und den Wagen über meinen Fuß, als sie zurücksetzte. Ich schrie schmerzerfüllt auf und sprang zur Seite, wobei die Mark im hohen Bogen durch die Luft flog und vor dem Hund landete.
»Scheiße«, fluchte ich laut, was Cujo endgültig die Fassung verlieren ließ. Er warf sich in die erschreckend dünne Lederleine und kläffte, was das Zeug hielt, Mordlust in den Augen.
Ich schrak zurück und beeilte mich dann mit zitternden Fingern, meine letzte Euromünze in einen Wagen zu stecken und einzukaufen.
Dank meiner knappen Barschaft ging der Einkauf schnell vonstatten. Zehn Minuten später stand ich an der Kasse an. Und zwanzig Minuten später noch immer. Als ich endlich am Band angekommen war, teilte mir der junge Auszubildende Kevin mit: »Hi-a nisch me-a.«
Ich dachte erst, er spreche Koreanisch mit mir, aber dann setzte ich die Silben im Kopf zu deutschen Worten zusammen und fragte entsetzt: »Was?«
»Isch mach zu«, wiederholte er. »Die beiden noch.« Er wies auf die beiden Kunden vor mir.
»Was soll denn diese beschissene Willkür?« Wie man sich vielleicht denken kann, war meine Laune mittlerweile nicht mehr die Beste. Ich warf einen Blick zur Seite und sie sank auf DAX-Niveau. An der einzigen anderen offenen Kasse stand ein gutes Dutzend Leute an.
»Hey«, rief ich Kevin zu. »Hey, da!« Mein Finger zeigte anklagend auf das Schild: »Wenn mehr als fünf Kunden vor Ihnen anstehen, eröffnen unsere Mitarbeiter gerne eine weitere Kasse für Sie.«
Der Junge hatte die Unverfrorenheit, mir ins Gesicht zu lachen. Ich drehte mich Hilfe suchend zu den Mitleidenden um, die hinter mir gestanden hatten, aber sie waren bereits samt und sonders abgewandert und ließen die Schlange nun zwischen den Verkaufsregalen verschwinden. So waren sie, die Deutschen. Nur nicht aufmucken.
»Ich bleibe hier stehen!«, verkündete ich wütend und packte zackig meine Sachen weiter aufs Band.
»Wie Sie wollen«, sagte Kevin, der mittlerweile die anderen abkassiert hatte, ließ vor meiner Nase das Zigarettenschutzgitter herunterkrachen, das Langfingern das Leben schwer machen sollte, und verschwand im Laden.
Für einen kurzen Augenblick glaubte ich weinen zu müssen, aber stattdessen stand ich nur einige Momente fassungslos da.
»Ich lasse Sie vor«, sagte da eine Frauenstimme neben mir. Ich wandte den Kopf und sah eine attraktive Frau Mitte Vierzig. Sie war schlank und trug ein dunkelblaues Kostüm, dass mich an eine englische Polizistinnenuniform erinnerte – und Uniformen haben mich schon immer scharf gemacht.
»Mich?«, fragte ich verwundert und sie nickte mit einem Lächeln, zog ihren Wagen ein Stück zurück und machte mir so Platz, um vor ihr in die Reihe zu schlüpfen.
»Vielen Dank!«, sagte ich artig, aber es ging in einer keifenden Hasstirade unter, denn hinter der sexy gebliebenen, strengen Dame stand die D-Mark-Oma und regte sich lautstark auf: »Unverschämtheit. Hinten anstellen, Bengelchen! Die jungen Leute werden immer dreister. So einer hätte sich sogar im Lager auf dem Weg zu den Duschen noch vorgedrängelt!«
Hier ging ihr die Luft aus, wofür ich sehr dankbar war, denn ich hätte mich bei der reifen Schönheit ungern als Mann eingeführt, der kleine Omas verprügelt.
»Viel haben sie aber nicht eingekauft«, sagte meine Wohltäterin nun. »Single?«
»Ja, schon«, sagte ich. Es vergingen etwas drei Sekunden, bis mein im Flirten ungeübtes Gehirn erkannte, was für Möglichkeiten sich hinter dieser unschuldig erscheinenden Frage verbargen. Ich musterte den Inhalt ihres Einkaufswagens. Bananen, Maiskolben, Salatgurke, Porree, Zucchini … einzig die Tube mit der Faltencreme war in ihrem Einkaufswagen nicht phallisch. Ich nahm es als gutes Zeichen.
»Sie auch?«, fragte ich und sie legte lächelnd den Kopf schief, strich sich eine Strähne ihres braunen Haares aus dem Gesicht. Das war eines der Zeichen, da war ich mir sicher. Unzählige Männerratgeber definierten an den Haaren spielen als sicheres Zeichen des Interesses.
Bevor sie antworten konnte, rief von hinten eine Stimme mit breitem rheinischem Akzent: »Könnt ihr beeden Turrteltäubschen irjenswie dabei auch mal auspacken?«
Ich warf dem Sprecher, einem untersetzen Rentner in abgewetzter Lederjacke und Jeans, einen bösen Blick zu, aber der zwinkerte mir zu und deutete pumpende Bewegungen mit der Hüfte an. Das war mir so peinlich, dass ich mich stattdessen darauf konzentrierte, meine spärlichen Güter aufs Band zu legen.
Dann wandte ich mich meiner Flirtpartnerin wieder zu, die eben mit eingeknickter Hüfte und weit vorgebeugt ihre Waren aufs Band stellte. Ich war mir ziemlich sicher, dass dies keine normale Haltung bei dieser Tätigkeit war, aber es brachte einen hübschen Po und ein etwas faltiges, aber volles Dekolette zur Geltung. Das war dann wohl ein weiteres Zeichen. Das machte jetzt drei Frauen, die in zwei Tagen Interesse an mir zeigten.
Leukämie, schoss es mir durch den Kopf. Oder ein Hirnschlag stand kurz bevor, anders war dieser plötzliche Wechsel meines Schicksals nicht zu erklären. Oder ich hatte einen Tumor im Kopf, der mich halluzinieren ließ. Oder hatte ich in den letzten Monaten genug schlechtes Karma ausgeglichen, damit ich endlich einmal Glück hatte? Nein, solche Gedanken waren der Pfad zu leichtsinnigen Glückgefühlen.
Und doch legte sie nun den Trennstab zwischen unsere Waren und berührte meine Hand, die noch immer, etwas zu fest, die billige Butter umklammerte und bereits Abdrücke darin hinterließ. Und dann lächelte sie wieder.
Ein dissonantes Piepsen riss mich aus der Betrachtung ihres hübschen Mundes, der auch durch den Lippenstiftrest auf ihren Zähnen nicht verlor. Im Gegenteil, dieser kleine Makel schien sie umso attraktiver zu machen, denn dadurch wurde sie greifbar.
Ich drehte mich zu dem Geräusch um und sah, dass die Kassiererin immer wieder eine meine reduzierten Fertigsuppen am allsehenden Scannerauge vorbeizog.
»Die geht nicht drüber«, verkündete sie vorwurfsvoll.
»Äh, tut mir leid?«, sagte ich und meine Bewundererin lachte.
»Muss ich mir die Nummer holen«, sagte die Verkäuferin und als sie aufstand, sah ich, dass sie eines der bemitleidenswerten Geschöpfe war, die sich zwar einen attraktiven Oberkörper gehungert, von der Mutter aber die unverrückbaren breite Hüften und einen Pferdehintern geerbt hatten. Eine Art Generations-Zentaur.
»Tja, das kann dauern, sich so eine Nummer zu verschaffen«, versucht ich nonchalant zu klingen.
»Manchmal geht es aber auch schneller, als man denkt«, gurrte mein Fang und lächelte viel sagend.
Ich wusste plötzlich nicht wohin mit meinen Händen, stützte eine lässig auf dem Transportband ab, dass sich jedoch plötzlich wieder in Bewegung setzte und mich fast zu Boden schickte. Ich klammerte mich an den Hubba Bubbas fest, die ich samt und sonders zu Boden riss.
»So ein Idiot!«, keifte die Alte von den billigen Plätzen.
Bis ich die bunten Kaugummipakete wieder einigermaßen ansehnlich ins Regel gestopft hatte, war die Kassiererin zurückgekehrt und zog die Waren weiter übers Band. »Sieben Euro Zehn«.
»Klar«, sagte ich lässig und zog meine Barschaft aus der Tasche, um sie ihr gesammelt in die Hand zu legen. »Stimmt so«, sagte ich gönnerhaft und warf meiner neuen Perle ein weltmännisches Lächeln zu.
Sie sortierte die Münzen in ihrer Hand und sagte dann: »Hätten’se wohl gern.«
»Bitte?«
»Da fehlt ein Euro.«
Mir wurde eiskalt. Ich hatte zwar, ganz Mathematikprofi, die Preise im Kopf exakt aufaddiert, aber dabei vergessen, dass die alte Mundräuberin weiter hinten in der Schlange mir einen Euro gemopst hatte und ein weiterer im Wagen steckte. Wie kam ich da jetzt wieder raus? Die in Liebesdingen sicher sehr erfahrene Verehrerin würde mich doch links liegen lassen, wenn sie mitkriegte, dass ich pleite war. So waren sie die Frauen! Ich spürte, wie mir die Hitze in die Wangen schoss.
»Hallo?«, unterbrach die Kassiererin meine panischen Gedanken. »Ein Euro!«
»Ich hab mein Portemonaise im Auto liegen lassen.«
»Jetzt hat er nicht mal genug Geld, der Scheißer!«, kreischte die Alte von hinten und sprach den anderen Kunden in der mittlerweile auf eine gefühlte Hundertschaft angewachsenen Schlange aus der Seele. So musste sich der Schalker im Dortmunder Block fühlen.
Dann warf die Oma mit einer Doppelpackung Klopapier nach mir.
»Ey, du alte Schrapnelle!«, rief ich ihr entgeistert zu, riss mich aber wieder zusammen, um nicht den letzten Rest an Würde zu verlieren.
»Hier, darf ich?«, fragte meine Wohltäterin und bewies erneut ein großes Herz, indem sie der Kassiererin einen Euro in die Handfläche fallen ließ. Die nickte, bonte, zettelte und winkte mich hinfort.
»Hier, meine Karte«, sagte die Frau, die man im Internet wohl in der Kategorie MILF wiedergefunden hätte und ich nahm das angereichte entgegen. Auf einer kleinen, schmucklosen Karte stand nur: »Elsbeth Steiner, Vermögensberatung«.
Ich lachte über die Ironie des Lebens laut auf und sie sah mich verwundert an. »Ich …«, setze ich an, fand keinen Ausweg und endete mit: »… rufe Sie an!«
Sie nickte zufrieden und fing an, die sich aufstapelnden Güter des täglichen Gebrauchs in den Wagen zu packen.
Ich machte, dass ich wegkam. Nicht nur galt es sicherzustellen, dass Elsbeth mich draußen nicht mehr dabei sah, wie ich meine Einkäufe nicht etwas in einen BMW, sondern in zwei Plastiktüten packte, sondern ich fürchtete auch, dass ich der Alten den Hals umdrehen würde, wenn sie noch einmal Gelegenheit bekäme, mich anzumaulen.
Konzentrier dich auf das Positive, mahnte ich mich. Du bist jetzt anscheinend ein echter Hengst. Vermutlich gab mir das Abenteuer mit Veronique die nötige Selbstsicherheit, um sexy zu wirken. Klar, und rosa Schlüpfer tragen ist ein Zeichen von Männlichkeit.
Der Gedanke an Veronique brachte eine Welle schlechter Laune mit sich. Mir war von Anfang an klar gewesen, dass sie mich nicht würde heiraten wollen, aber so allein in einer fremden Wohnung zurückgelassen zu werden war dann doch noch mal ein anderes Kaliber. Ich würde sie finden und zur Rede stellen müssen!
Derlei in Gedanken versunken lief ich Cujo beinahe ins offene Maul. Im letzten Moment konnte ich einen Bogen um den riesigen, wild gewordenen Köter machen, der zwischen zwei Bellattacken röchelte, weil er sich so sehr in die Leine stemmte, dass er auf den Hinterbeinen stand und sich die Luft abschnürte.
»Blöde Töle«, schimpfte ich sie an, um nicht zu deutlich zu zeigen, wie sehr mir die Flatter ging. Mit zitternden Händen räumte ich eilig meine spärlichen Sachen ein und eilte davon, Richtung Hauptstraße.
Da hörte ich hinter mir ein leises Schnalzen, als wäre eine unter Spannung stehende Schnur gerissen. Ein eisiges Kribbeln im Nacken, das Spiderman neidisch gemacht hätte, ließ mich lossprinten, ohne mich umzudrehen, und das rettete mir vermutlich das Leben. Cujo, dessen Leine ihn nicht mehr hatte halten können, war schneller als ich, aber er rechnete nicht mit meinem plötzlichen Antritt und erwischte so statt meiner Waden eine Einkaufstasche, die er mir mit einem gewaltigen Ruck aus der Hand riss. Ich konnte etwas Vorsprung herausarbeiten, während das sabbernde Monstrum die Tüte schüttelte und den Inhalt über den Parkplatz fliegen ließ. Dann besann es sich auf sein eigentliches Opfer – mich – und nahm langsam wieder Fahrt auf. Ich presste die verbleibende Tasche an meine Brust und blickte wieder nach vorne. Das war der Moment, in dem ich meine Rettung nahen sah.
Der Bus 628 fuhr die Haltestelle an der Straße am Ende des Parkplatzes an. Obwohl meine untrainierten Muskeln bereits Krämpfe ankündigten und ich das Gefühl hatte, dass meine Lunge gleich aus meinen Nasenlöchern kriechen würde, lief ich noch schneller, im wahrsten Sinne des Wortes um mein Leben. Was eigentlich drei Worte waren …
Das Grollen und Bellen des Mörderhundes wurde immer lauter, er konnte nicht mehr weit von meinen Unterschenkeln entfernt sein. Der Bus hielt, ich sprang ab, landete, noch immer laufend, im Innern und prallte im Kinderwagenabstellbereich – der zum Glück im Moment kinderlos war – gegen die Scheibe.
»Tür zu«, schrie ich den Fahrer an, der meinem Befehl folgte. Keinen Augenblick zu früh. Cujo prallte gegen die Scheibe, sprang geiferspritzend und wütend bellend daran hoch, und das so lange, bis der Bus losfuhr.
Ich sank, gegen die Wand gelehnt, zu Boden und bemerkte Feuchtigkeit in meinem Schritt. Es war die Milch, die zwischen meiner Brust und der Busscheibe zerquetscht worden war und jetzt durch zahlreiche kleine Löcher im Tütenboden sickerte. Doch mein Glücksgefühl, diesen tollwütigen Angriff überlebt zu haben, gewann die Oberhand. Ich lächelte dümmlich. Bis polierte schwarze Lederstiefel in meinem Blickfeld auftauchten und eine strenge Männerstimme sagte: »Verkehrskontrolle. Die Fahrausweise bitte.«

Zu Kapitel 6  –  Zum Crowdfunding

Schreibe einen Kommentar