Das “Wiesler für Lau”-Experiment – das komplette Bühnenprogramm kostenlos

ddm_pistole_waageVor kurzem hatte mein neues Bühnenprogramm “Abnehmen ist auch keine Lösung” (AiakL) Premiere. Dank der Mithilfe von Clemens Jaeckel habe ich diesmal auch einen sehr schönen Mitschnitt davon. Und mit dieser 2 Stunden langen Gesamtfassung des Bühnenprogramms möchte ich ein Experiment wagen. Eigentlich wäre das etwas, das nur an Veranstalter und Bühnen geht, bei denen ich mich mit AiakL vorstellen wollte. Aber ich möchte einen anderen Weg gehen.

Ihr findet untenstehend das Komplett-Video der Show. Alle 120 Minuten. Kostenlos und vollständig. “Wie dumm ist das denn?”, denkt sich jetzt vielleicht der eine oder andere und vielleicht hat er Recht damit. Ich aber denke: Ich gehe auf die Bühne, um meinen Zuschauern einen netten Bühnenabend zu bereiten. Und wer mich nicht live sehen kann, kann sich dieses Erlebnis jetzt per Video holen.

Wenn ihr das Video durch habt und euch denkt: “Mann, das war viel zu lustig, um es umsonst bekommen zu haben”, dann möchte ich euch um zwei Dinge bitten:

1) Spendet ein paar Euro an einen Kinderhospizdienst in eurer Nähe. Die gute Betreuung lebensverkürzend erkrankter Kinder liegt mir sehr am Herzen.

2) Empfehlt mich euren Freunden und Bühnen in eurer Nähe. Vielleicht bucht mich ja jemand und ihr könnt mich doch noch live erleben. Es wird auch nie zweimal das exakt gleiche Programm, versprochen ;)

Abnehmen ist auch keine Lösung – André Wieslers Bühnenshow

Der dicke Mann hat die Schnauze voll – voll Kuchen und Schokolade! Abnehmen ist nämlich auch keine Lösung. Diese weise Erkenntnis hat sich der Wuppertaler Lese-Komiker André Wiesler über mehrere Dutzend gescheiterte Diäten hinweg erarbeitet. Und so empfängt er LeidensgenossInnen und solche, die es werden wollen, am 20.6.2014 in der börse zu einem Abend mit vorrangig komischen Texten. Da geht es – mal vorgelesen, mal erzählt – um gescheiterte Diäten und Beziehungen, um Essen in allen Varianten, aber auch um Literatur, Nerdkram, die Schwebebahn und das Familienleben. Kurzum: Ein Abend, so bunt und vielfältig wie die Speiseflecken auf Wieslers Hemd. Wer den Zweimetermann kennt, der weiß: Das wird eine echt fette Show!

die börse Wuppertal
20.6.2014
Einlass 19:30
Beginn 20:00
Eintritt 8 Euro

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Rett-Syndrom goes Steampunk?

Mein guter Freund Martin Engelhardt hat seiner Tochter Elisabeth ein besonderes Geschenk gemacht, an dem ich ein bisschen teilhaben konnte. Aber am besten lasse ich es ihn selbst erzählen:

Was haben eine Steampunk Anthologie und ein Mädchen mit Rett-Syndrom gemeinsam?

Dies bedarf einer kleinen Geschichte:

Mein Name ist Martin Engelhardt, ich bin Vater einer 12-jährigen Tochter mit dem schönen Namen Elisabeth, die am Rett-Syndrom erkrankt ist.

Was ist das Rett-Syndrom?

Das Rett-Syndrom ist eine genetisch verursachte Erkrankung mit der Folge einer schweren geistigen und körperlichen Behinderung, die fast ausschließlich Mädchen betrifft.

Im September 2013 traf ich beiden Autoren Judith und Christian Vogt auf einem Pen-und-Paper-Rollenspiel Wochenende in meiner Heimatstadt Wuppertal.

Die Sprache kam auf die geplante Anthologie der beiden zum Thema Steampunk, die Geschichten darin sollten in der Welt der „Zerbrochenen Puppe“ spielen, eines Romans, für den Judith und Christian Vogt im Oktober dann den Deutschen Phantastik Preis 2013 gewannen.

An der Stelle auch nochmal meinen Glückwunsch!

Leider sind Anthologien in Deutschland so gut nicht über normale Verlagsarbeit zu finanzieren, zu groß ist den Verlagen das Risiko, dass eine Kurzgeschichtensammlung kein wirtschaftlicher Erfolg wird.

Also hatten sich die beiden entschlossen, über StartNext, eine deutsche Crowdfunding-Plattform, die Finanzierung sicherzustellen.

Wer diese Art von Finanzierung nicht kennt: Hier kann man Projekten, die dort vorgestellt werden, Geld spenden und bekommt dafür ein Dankeschön. Bei Computerhardware kann dies z. B. die neu zu entwickelnde Hardware sein. Bei Kunst und Büchern ist das natürlich immer ein wenig schwieriger … das Buch kann ich mir ja auch einfach kaufen, falls es publiziert wird, warum sollte man also spenden?

Also hatten die beiden ein paar tolle Einfälle, um potentielle „Investoren“ anzuziehen. Neben dem eigentlichen Buch konnte man u. a. eine Buchlesung der Autoren gegen eine Spende bekommen, ein tolles Poster des Buchcovers usw.

Eines der Dankeschöns für eine Spende war: „Dein Name in einer der Kurzgeschichten“. Hörte sich toll an, aber warum sollte mein Name in einem Buch auftauchen? So groß ist mein Ego nicht. Auf der anderen Seite wollte ich das Projekt gerne unterstützen.

Bis mir ein Gedanke kam: „Warum verschenke ich das nicht einfach an meine Tochter Elisabeth?“

Der Name Elisabeth passt ja auch sehr gut in einen viktorianisch angehauchten Buchbackground, und es wäre ein tolles Geschenk für Weihnachten.

An der Stelle muss man wissen, dass Geschenke für ein schwerst mehrfachbehindertes Kind zu finden sehr, sehr schwer sein kann.

Es muss etwas sein, was zu ihr passt, was ihr Spaß macht, wovon sie etwas hat … und dann stehen Sie als Eltern jeden Geburtstag und Weihnachten da und machen sich Gedanken, bis der Kopf raucht.

Es soll ja auch nicht nur etwas sein, was das eigene Gewissen beruhigt.

Elisabeth liebt es, Geschichten zu hören, vorgelesen zu bekommen und Hörbüchern zu lauschen. War bei den Eltern, die beides gelernte Buchhändler sind, auch nicht anders zu erwarten.

Also war das doch mal ein tolles Geschenk, Elisabeth würde ihren eigenen Namen in einer spannenden Geschichte hören und sicher in ihrer Schulgruppe auch stolz darüber berichten, und der Lehrer in der Schule kann dann die Geschichte auch vorlesen.

Also gesagt, getan. Die Spende zum Eis-und-Dampf-Projekt online getätigt, und da die Herausgeber ja noch vor Ort waren, denen direkt den Namen meiner Tochter mitgeteilt.

Auf die Frage: Warum für meine Tochter, erzählte ich von den Problemen, passende Geschenke zu finden und was für eine Behinderung Elisabeth hat.

Ein paar Tage nach dem Treffen kamen die Herausgeben auf mich zu, es hätten sich verschieden Autoren gefunden, die Elisabeth gerne in Ihre Geschichte aufnehmen könnten, als Name, aber auch gerne als „Sidekick“ eines der Helden (wie Robin bei Batman) oder eben in Judiths eigener Kurzgeschichte, die eine der wichtigen Begebenheiten aus Ihrem Roman „Die zerbrochenen Puppe“ näher beleuchtet.

Judith fragte mich, ob Elisabeth denn mit oder ohne Ihre Behinderung auftauchen sollte, und nach einem Gespräch mit meiner Frau entschlossen wir uns, Elisabeth so erscheinen zu lassen, wie sie ist. Ein schwerstbehindertes Kind, das aber trotz allem glücklich ist, lacht und einen tollen Humor hat, der unser Leben ungeheuer bereichert. Judith solle sie sehr gerne in ihre Geschichte „Der Puppenmacher” aufnehmen.

Das Ergebnis können Sie nun in gedruckter Fassung und als E-Book kaufen.

Die Finanzierung durch das Crowdfunding bei StartNext hat also wunderbar funktioniert.

Natürlich können Sie es online kaufen, aber auch bei dem Buchhändler um die Ecke. Gehen Sie ruhig mal wieder zu ihm hin und lassen Sie sich beraten. So unter echten Menschen klappt das viel besser als nur online. Nehmen Sie diese Buch mit, aber vielleicht auch noch das eine oder andere von den Autoren dieser Anthologie.

Lesen Sie, was all diese Helden in den Geschichten erleben, welche tolle Welt sich dort vor Ihrem geistigen Auge erstreckt und tauchen Sie darin ein.

Nicht nur Fans von Steampunk und Jules Verne werden ihre Freude haben.

Was Sie auch lesen werden, ist die weltweit erste publizierte Geschichte, in der ein Rett-Mädchen entscheidend in die Geschichte einer Welt eingreift und in der man erfährt, warum eine Piratin dem Mädchen extrem dankbar sein wird …

Elisabeth hat ihrer Geschichte (und inzwischen auch den anderen) aufmerksam gelauscht, und als ihr klar wurde, dass sie dort eine Rolle spielt, hat sie erst mit ihren Augen gelacht und dann ganz doll gegrinst. Sie war richtig stolz darauf, dabei zu sein und ihren Namen sowie die Beschreibung von sich selber in einer der Geschichten zu hören.

Lesen Sie diese Anthologie, lesen Sie den Roman, der den Grundstein für diese Steampunk-Welt legte: „Die zerbrochene Puppe“, lesen Sie aber auch die Werke der anderen Autoren. Wir brauchen eine deutsche Autorenszene, die aus mehr als den Top-10-Bestseller-Listen besteht, die immer nur den gleichen Mainstream bearbeiten. Ohne die Herausgeber und Autoren hätte meine Tochter nie so ein tolles Geschenk bekommen, und Sie wüssten nun gar nicht, was das Rett-Syndrom ist und wie Crowdfunding funktioniert.

Mehr Infos zum Rett-Syndrom finden Sie auf www.rett.de.

Unser Dank an alle Autoren von Eis und Dampf, an den Verlag und besonders an die beiden Herausgeben Judith und Christian Vogt.

Ihr habt ein Mädchen sehr glücklich und stolz gemacht!

Ihr

Martin Engelhardt

Im Dezember 2013

Künstlerrudel und Dauerperformance – 6.10.

Hier eine kleine Infoschrift zu einem Event, bei dem Künstler auf Künstler und Publikum auf Künstler und Künstler auf Publikum und generell einfach Künste auf Kunstfreunde treffen.

“Der typische Künstler arbeitet viel zu oft allein”, so André Wiesler, der als Schriftsteller und Spieleentwickler die meiste Zeit vorm Computerbildschirm verbringt. Darum hat er mit Bring Your Art eine Veranstaltung ins Leben gerufen, die Künstler aus dem Atelier locken und zusammenbringen soll. Dabei definiert Wiesler Kunst bewusst sehr vielseitig. “Vom Maler und Bildhauer über die Sängerin, Tänzerin, Autorin und Dichterin bis hin zum Homepagedesigner oder DJ … für mich ist jede kreative Arbeit auch immer eine Kunst.” Aber an diesem Sonntagnachmittag soll auch das Publikum eine Chance erhalten, den Künstlern ganz nah zu kommen und mit ihnen über ihre Arbeit und ihre Werke zu sprechen. Darum werden die anwesenden Künstler und Künstlerinnen ihre Arbeit auf einer Bühne vorstellen. “Wir planen eine dreistündige Dauerperformance, an der man durchaus auch spontan vor Ort noch teilnehmen kann.”
Damit die Gespräche und der Austausch davon nicht gestört werden, stehen zwei Räume zur Verfügung. Neben dem Bühnenraum steht ein mit Exponaten und Büchertischen geschmückter Raum mit Kaffee- und Kuchenflatrate für den gemeinsamen Diskurs zur Verfügung.
Künstler aller Sparten und unabhängig von ihrem Wohnort können sich noch bis Ende September mit einer Performance oder Ausstellungsstücken für das Event anmelden.

Sonntag, 6.10.2013
15:00 bis 18:00 Uhr
Eintritt: 15 Euro (ermäßigt 10) inkl. Kaffee und Kuchen
www.bringyourart.de

16.10. – Wähle dein Wuppertal

Fast so spannend wie die Bundestagswahl, aber deutlich amüsanter, wird dieser Abend:

Mein Wuppertal – Mach dir ein Bild

Komik, Romantik Lyrik, Science Fiction, Sozialkritik und viele, viele Fotos erwarten die Gäste auf der zweiten von fünf Veranstaltungen der Eventreihe „Mein Wuppertal“. Und eine schwere Entscheidung, denn, so der Organisator André Wiesler: „Am 16.10. entscheidet das Publikum, welche Fotos der beteiligten Künstler ihren Weg in das Buch zur Eventreihe finden werden.“

An den Mein Wuppertal-Events nehmen zahlreiche bekannte Wuppertaler Autoren und Autorinnen teil, aber auch viele Newcomer, und stellen in Lesungen ihr ganz eigenes Bild von Wuppertal vor. Da reihen sich Jugenderinnerungen an Phantastisches, Satire an Romantik und Comedy an Kritisches.

Und aus all diesen Geschichten formt Wiesler in Zusammenarbeit mit der Edition Köndgen schlussendlich ein Buch, das die vielen Facetten unserer Stadt zeigt und zu Recht den Titel „Mein Wuppertal“ trägt.

Die nächste Veranstaltung findet am 16.10. in der börse statt. Hier stimmt das Publikum nach der Lesung darüber ab, welche Fotos auf die Farbseiten des Buches kommen werden. Auf der Facebookseite von André Wiesler kann man bis zum 23.9. noch an einem Gewinnspiel für 3×2 Eintrittskarten teilnehmen.

Beginn 20:00 (Einlass 19:30)
Eintritt: 5 Euro

http://www.andrewiesler.de

 

Mein Wuppertal läuft wie die Schwebebahn

Letzte Woche ist die Eventreihe mein Wuppertal gestartet. Zur Feier des Tages hat sie jetzt auch eine eigene Unterseite hier.

Die nächste Veranstaltung findet am 16.10. statt. Als Lockmittel hier der Mitschnitt der ersten Lesebühne.

Kreuzverhör und Slam-Spaß

Im Juli hatten wir wieder viel Spaß beim Wortex-Poetry-Slam in Wuppertal. Ein Mitschnitt kann noch bis Anfang August als Livestream hier angesehen werden. Sobald ich Zeit finde, wird es auch wieder Auszüge der Slams als Videos bei Youtube geben. Es ist alles mitgeschnitten und geht nix verloren.

Persönlicher wurde es letzte Woche im Kontakthof, als der Jörg Degenkolb-Degerli, auch bekannt als Doppel-D, mich zu seiner neuen Reihe Literatalk einlud und ausquetschte. Unter anderem zu meinen Romanen, meiner Vergangenheit und auch zu Rollenspielen. Auch davon gibt es einen Videomitschnitt, den ich untenstehend einbinde. Trotz 30 Grad im Schatten waren hinreichend viele Leute da und zumindest ich habe mich gut amüsiert. ;-)

Medial versumpft …

Wie es scheint, kommt die kurze Form meiner Grundfaulheit zu weit entgegen … während ich munter auf meinen verschiedenen Social-Media-Kanälen poste, vernachlässige ich die Homepage.Was ist die Lösung? Euch alle zu meinen verschiedenen Kanälen schicken!

Aber im Ernst: Mea culpa! Ich gelobe Besserung, denn immerhin möchte ja nicht jeder den Datenkraken so bereitwillig Unterhosengröße, Speisegewohnheiten und mediale Vorlieben preisgeben. Wer aber ähnlich daten-exhibitionistisch unterwegs ist, wie moi, der möge bitte hier die SoMe-Sorte seines Geschmacks wählen:

Die Social-Media-Seiten meines Bühnen- und Autoren-Selbst könnt ihr nebenstehend in einem schicken neuen Widget sehen und aufrufen.

Der-Schreibweise_Logo_250x250Als Der Schreibweise gebe ich ich Schreibtipps, weise auf Schreibwettbewerbe hin und beantworte Fragen rund um das Handwerk des Schreibens. Dieses Alter Ego findet ihr hier:

Homepage - Facebook - Twitter - Google+

BringYourArt_LogoAußerdem habe ich mit Bring your Art eine Künstler-Community ins Leben gerufen, die sich besonders aktiv in der Facebookgruppe gleichen Namens austauscht. Wenn ihr Künstler seid (gleich welcher Art, vom Zuckerbäcker und Schmuckdesigner über die Malerin, Musikerin oder Autorin bis hin zur DJane oder dem Bildhauer), dann schaut doch mal vorbei. Aber auch, wenn ihr Künstler werden wollt oder einfach mal wissen wollt, wie das so ist, als Tänzer oder Komponist, dann seid ihr herzlich eingeladen, hier Fragen zu stellen.

Homepage - Facebook - Facebook-GruppeTwitter - Google+

wp_logo_farbeZu guter Letzt sind auch die Wuppertaler Wortpiraten, bei denen ich zusammen mit David Grashoff Poetry-Slams und andere Veranstaltungen organisiere, vielfältig im Netz unterwegs.

Homepage - Facebook - Twitter - MySlam.de

So, jetzt seid ihr informiert und wir sehen uns bestimmt bald irgendwo – ich freue mich auf eure Feedback und eure Fragen!

 

 

Mach mal Dampf – Wiesler goes Steampunk

Der André Skora macht mal wieder eine seiner großartigen Kurzgeschichtensammlungen, diesmal mit dem Thema Steampunk. Seit ich Die zerbrochene Puppe von den Vogts gelesen habe, mag ich das Genre wieder sehr. Aber natürlich bleibe ich der Mann für’s Grobe und kann darum schwerlich viktorianische Empfänge beschreiben. Also habe ich mir für meinen Beitrag etwas Handfesteres ausgedacht. Nachstehend schon mal ein kleiner Teaser mitten aus der Geschichte. Wenn ihr den Rest lesen wollt, behaltet die Seite im Auge, sobald das Buch kommt, erfahrt ihr es unter anderem hier :)

»Los, los, los!«, rief Jakob, schlug die Klappe am Helm zu und warf sein Seil durch die Luke. Dann sprang er hinterher, bevor er über seine verrückte Idee nachdenken konnte. Das Gewicht des Anzugs riss ihn nach unten wie einen Stein und sofort setzte das Kreischen der Winde am Rücken der Rüstung ein, die seinen Sturz in einen vertretbaren Abstieg verwandeln wollte. Der Wind rauschte über die vergitterte Scheibe vor seinem Gesicht. Franz, der Irrsinnige, schoss mit einem Jauchzen an ihm vorbei, Edgar schloss zu Jakob auf, der Rest ließ es mit dem Abstieg ruhiger angehen.

Jakob blickte Franz nach, der in diesem Moment die Steuerklappen aufschnellen ließ. Die Bewegung nach unten wurde zu einer Bogenbewegung, direkt auf den Géant zu. Noch gute fünfzig Höhenmeter trennten sie vom Boden, fünfundzwanzig von ihrem Ziel. Und rund zwanzig horizontal. Auch Jakob zog den Hebel und spürte den Ruck, als sein Anzug sich in den Luftstrom legte und ihn auf den Riesen zusteuerte.

In dem Moment wurde ihr Abstieg bemerkt. Gewehrkugeln prallten pfeifend an seiner Rüstung ab, ohne dass er den Einschlag spürte. Noch zehn Meter. Franz war fast da, schwang die Beine nach vorne, um auf den Schultern des Riesen zu landen, da touchierte ihn eine Kanonenkugel. Sie traf seitlich auf seinen Rücken und schleuderte ihn gegen den Kopf des Riesen. Der eingedrückte Tank mit dem Flüssigdampf platzte auf. Die Chemikalie geriet mit der Luft in Kontakt und breitete sich explosionsartig aus. Franz wurde auf einem Dampfstrahl vom Kopf des Riesen weggerissen und trudelnd über das Schlachtfeld hinweggeschleudert.

Jakob zwang sich, nicht über diesen Verlust nachzudenken. Dazu war später noch Zeit, aber jetzt war es an ihm, auf dem Giganten zu landen. Er ließ das Bajonett am Unterarm hervorschnellen und kappte das Seil, dann warf er Arme und Beine nach vorne. Er knallte hart auf den Riesen, der in diesem Augenblick bereits den Arm hob. Das Bajonett kratzte nutzlos über die Metallhülle, aber seine Griffklammer bekam die Kante einer Panzerplatte zu fassen. Er zog sich daran auf die Schulter hinauf und duckte sich unter dem Arm hindurch, der nach ihm schlug, wie nach einer Mücke.

Edgar landete auf dem zum Schritt erhobenen Oberschenkel des Riesen, Karl-Maria auf dem anderen Arm. Der Rest ihrer Einheit verfehlte den Géant. Der Apparat lief unbeirrt weiter, sein Ziel war offensichtlich die Artillerie. Wie die Delle zeigte, an der sich Jakob festgehalten hatte, war sie das einzige, was ihm gefährlich werden konnte.

»Wollen doch mal sehen, ob das so stimmt!«, keuchte er und lief auf den Kopf zu. Keine Tür zu sehen. Der Zugang konnte sich überall befinden, am Bauch, auf dem Kopf, in einem der Arme. Aber wo bei einem Menschen die Ohren saßen, fand er eine vergitterte, kopfgroße Öffnung vor. Dahinter starrte ihn entsetzt ein junger Mann an. Er trug eine blaugrüne Uniform und eine stilisierte Dampfwolke auf der Schulterklappe und rief nun etwas auf Französisch über die Schulter. Fremdsprachen waren noch nie Jakobs Stärke gewesen, aber es war nicht schwer zu erraten, was der Tireur de Vapeur da weitergab.

Jakob hakte seinen Sicherungshaken in das Gitter ein und warf sich zur Seite. Zwei Meter Kette rollten aus seinem Arm ab, während er wie ein Bergsteiger an der Wand in den Nacken des Géant lief. Die Hand des Riesen krachte gegen den Kopf, wo er gerade noch gestanden hatte und verharrte dort.

»Na, wenn das keine Einladung ist.«

Wieslers Schreibtipps ziehen um …

Es war einmal eine Seite, die da hieß www.andrewiesler.de. Und da tummelten sich so viele Themen, dass sogar ihr Betreiber irgendwann den Überblick verlor, und sich sagte: “Es muss Ordnung werden!” Und so ging er hin, packte seine Schreibtipps in ein einfaches Leinenbündel und trug sie hinüber auf eine neue Seite. “Wie aber soll diese Seite heißen?”, fragte sich der Betreiber. Schreib-Sensei fiel ihm ein, vereinten sich doch im Wort Sensei der  Lehrer und das Schreiben. Aber er musste befürchten, dass dieses Wort nicht jedem seiner Schüler geläufig war. Schreib-Guru war ihm zu vermessen. Da aber fiel ihm bei, dass er sich Schreibweiser nennen könnte, gestand er sich doch das eine oder andere Fünkchen Wissen über das Handwerk des Schreibens zu, und da er seine Freude an Wortspielen hatte, taufte er die neue Seite und sich selbst kurzerhand “Der SchreibWeise”.

- Uralte Überlieferung

Ja, so war das, damals, vor wenigen Stunden. Ab jetzt also alles zum Thema schreiben lernen und lehren vom Wiesler auf der Seite www.derschreibweise.de ;-)